Begleiten statt aufopfern
Tipps für Angehörige von Menschen mit Parkinson
Eine Parkinson-Erkrankung betrifft nicht nur den erkrankten Menschen. Auch Partnerinnen und Partner, Kinder, Angehörige und enge Freunde erleben, wie sich der Alltag Schritt für Schritt verändert. Oft übernehmen Angehörige immer mehr Aufgaben – beim Einkaufen, Autofahren, Organisieren oder bei der Körperpflege. Das geschieht meist selbstverständlich und aus Verbundenheit. Gleichzeitig kann diese Verantwortung körperlich und seelisch sehr belastend sein.
Deshalb gilt: Wer gut für sich selbst sorgt, kann auch andere besser unterstützen.
1. Unterstützung – aber nicht alles abnehmen
Viele Angehörige möchten helfen. Das ist wichtig und wertvoll. Dennoch gilt: Hilfe sollte die Selbstständigkeit fördern und nicht unbeabsichtigt einschränken. Menschen mit Parkinson profitieren davon, möglichst viele Tätigkeiten selbst auszuführen – auch wenn sie dafür mehr Zeit benötigen.
Geduld ist oft die beste Hilfe: Knöpfe schließen, Schuhe binden oder vom Stuhl aufstehen dauert bei Parkinson häufig länger als früher.
Versuchen Sie deshalb:
- genügend Zeit einzuplanen,
- Ruhe zu bewahren,
- Hilfe erst anzubieten, wenn sie benötigt wird oder Gefahr besteht.
- Jede selbstständig bewältigte Aufgabe stärkt das Selbstvertrauen und erhält wichtige Fähigkeiten.
2. Veränderungen besser verstehen
Parkinson betrifft nicht nur die Beweglichkeit. Auch Mimik, Sprache und Stimmung können sich verändern.
Die Mimik wird oft unbeweglicher: Viele Betroffene zeigen im Gesicht weniger Ausdruck. Das Gesicht wirkt manchmal ernst oder „maskenhaft“. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Person traurig, ärgerlich oder desinteressiert ist.
Frage lieber nach: „Wie geht es dir gerade?“ Ein offenes Gespräch verhindert Missverständnisse.
Auch die Stimmung kann sich verändern: Manche Menschen mit Parkinson entwickeln Ängste, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder Reizbarkeit. Diese Veränderungen können sowohl durch die Erkrankung selbst als auch durch Medikamente beeinflusst werden. Nimm solche Veränderungen ernst und sprich sie bei der behandelnden Neurologin oder dem Neurologen an. Häufig gibt es gute Möglichkeiten, die Behandlung anzupassen.
3. Achte auf deine eigenen Kräfte: Viele Angehörige stellen ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Auf Dauer kann das zu Erschöpfung, Schlafproblemen oder gesundheitlichen Beschwerden führen.
Denke daran: Du musst nicht alles allein schaffen. Eigene Erholung ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung dafür, langfristig helfen zu können.
Gönne dir deine Auszeiten: Plane regelmäßig Zeit nur für dich ein. Zum Beispiel für:
- einen Spaziergang,
- Sport oder Bewegung,
- Treffen mit Freunden,
- ein Hobby,
- oder einfach eine ruhige Pause.
- Bitte die Familie, Freunde oder Nachbarn um Unterstützung oder nutzen Sie professionelle Entlastungsangebote.
4. Unterstützung annehmen
Viele Angehörige warten zu lange, bevor sie Hilfe in Anspruch nehmen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Alltag zu erleichtern. Je nach Pflegegrad können unter anderem folgende Leistungen genutzt werden:
- Entlastungsangebote im Alltag
- Unterstützung durch ambulante Pflegedienste
- Tagespflege
- Verhinderungspflege bei Urlaub oder Krankheit der Pflegeperson
- Beratung durch Pflegestützpunkte oder Pflegekassen
Scheue dich nicht, diese Hilfen zu nutzen. Sie entlasten nicht nur dich selbst, sondern kommen auch dem erkrankten Menschen zugute.
5. Miteinander reden
Parkinson verändert den Alltag beider Partner. Deshalb ist es wichtig, offen miteinander zu sprechen.
Sage ehrlich:
- wenn du erschöpft bist,
- wenn du Hilfe benötigst,
- oder wenn du dir Sorgen machst.
Ebenso wichtig ist es, dem erkrankten Menschen zuzuhören und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Nicht jedes Problem lässt sich vermeiden – viele Herausforderungen lassen sich jedoch gemeinsam besser bewältigen.
Niemand muss den Weg allein gehen: Der Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen kann sehr entlastend sein. In einer Selbsthilfegruppe erleben viele Menschen, dass ihre Sorgen verstanden werden. Gleichzeitig entstehen neue Ideen für den Alltag und oft auch neue Freundschaften. Auch als Angehörige oder Angehöriger bist du in unserer Parkinson-Selbsthilfegruppe jederzeit herzlich willkommen.
Das Wichtigste auf einen Blick
✓ Unterstütze den Angehörigen, ohne ihm möglichst jede Aufgabe abzunehmen.
✓ Plane mehr Zeit für gemeinsame Aktivitäten ein.
✓ Veränderungen der Mimik oder Stimmung gehören häufig zur Erkrankung und sollten nicht vorschnell falsch gedeutet werden.
✓ Achte auf deine eigenen Bedürfnisse und nimm Unterstützung an.
✓ Niemand muss Parkinson allein bewältigen – Angehörige dürfen und sollen Hilfe in Anspruch nehmen.
Hinweis: Wenn die Belastung im Alltag sehr groß wird oder Gefühle wie Überforderung, Angst oder Erschöpfung dauerhaft bestehen, besprich das mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt oder nutze eine Angehörigenberatung. Frühzeitige Unterstützung hilft, die eigene Gesundheit zu erhalten.
*** Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. ***
